Rundgang durch den historischen Ortskern in Freiburg/Elbe.

Liebe Bürger und Gäste, mit diesem kleinen Beitrag besteht der Wunsch, allen Interessierten den Ort oder besser den Flecken Freiburg/Elbe geschichtlich oder historisch näher zu bringen – für sich zu erkunden. Viel Spaß auf dem Rundgang durch das (historische) Freiburg/Elbe. Durch die Bilder soll die Erinnerung an vergangene Zeiten wieder aufgefrischt oder den interessierten Neubürgern und Gästen Informationen darüber geboten werden, wie Freiburg früher aussah. In diesem Zusammenhang ist in Bezug auf den „historischen Ortskern“ vielleicht noch auf folgendes hinzuweisen:


„Am 12 Juni 1780 Brand in Freiburg: 24 Häuser und 3 Scheunen niedergebrannt. … Die Regierung in Stade ordnete an, dass die wieder aufgebauten Häuser mit Ziegeln gedeckt werden sollen. Daran ist zu ersehen, dass früher die Häuser wohl vielfach mit Reet eingedeckt waren. Daher sind wohl nur noch wenige „historische Gebäude“ vorhanden, die vor dem 18. Jh. gebaut wurden. Seit ca. Mitte der 1980iger Jahre bis 2012/2013 wurden im Rahmen der Städtebausanierung einige Gebäude sowie auch die Hauptstraße saniert.“

Aus einem Info-Heft „Brände im Land Kehdingen von 1751 bis 1881“.



Die Kirche - historisches Bild

Hier sehen Sie die Strecke des Rundganges. Planen Sie etwa 60-90 Minuten für Ihre Tour ein.

Im Verlauf der Tour werden Ihnen zur besseren Orientierung immer wieder Ausschnitte der rechts abgebildeten Karte gezeigt, um Ihnen die Orientierung zu erleichtern.

Kehdingen und Nordkehdingen

Kehdingen:

Übertragen wohl aus dem chaukischen/germanischen Sprachgebrauch um Uferkante oder Anlegestelle zu übersetzen, ist der Name einer Landschaft im Landkreis Stade am Unterlauf der Elbe. Diese Landschaft reicht etwa von der Mündung der Oste im Norden bis an Stade heran.

Bis 1932 gab es den preußischen Kreis Land Kehdingen mit Sitz in Freiburg/Elbe. 1932 wurde dieser Kreis aufgelöst und dem jetzigen Landkreis Stade, mit Sitz in Stade, zugeschlagen.

Kehdingen war ursprünglich von Mooren und Marschen des Elbe-Urstromtals geprägt. Hat sich durch Verlandungen und Sandbänken entwickelt. Die Besiedelung dieses Landstriches erfolgte zum Teil von der Stader Geest als auch der Hadelner Geest (Oste) her. Wohl zunächst in Form von Wurten (=Warften). Daher wohl auch die Namen ltzwörden/Balje, Oderikwurth/Oederquart, Allwörden/ Freiburg/Elbe, Hamelwörden/Wischhafen. Aus eben solcher Wurt hat sich auch Freiburg entwickelt.
Der Norden Kehdingens hat sich 1971 zu einer Samtgemeinde zusammengeschlossen, die den Namen „Nordkehdingen“ führt und das alte Kehdinger Landeswappen (Marienbild) aus dem 14. Jh. führt. Der Sitz der Samtgemeinde Nordkehdingen befindet sich in Freiburg/Elbe.

Freiburg (früher Fryborg oder auch Freyburg)

In seinem Buch „Zwischen Niederweser und Niederelbe“ schreibt Friedrich Kühlken (1950):
Freiburg, ein auf einer großen an den Deichen gelehnten Wurt erbauter Flecken, früher auch als Stadt bezeichnet, lag ursprünglich direkt an der Elbe … Heute hat die starke Anlandung der Elbe den Ort vom Strome abgedrängt. Ein Hafenpriel (natürlicher Kanal), dessen Befahrbarkeit sehr unter dem starken Schlickbefall leidet, verbindet den Hafen mit der Elbe …
(Aus Baudenkmale in Niedersachen/Kreis Stade, 1997)

Der Flecken Freiburg/Elbe entwickelte sich im Nordosten Kehdingens an der letzten, nach Westen gerichteten Krümmung der Elbe. Mit seiner Erwähnung 1154 Wurde zugleich eine Burg durch den Bremer Erzbischof Hartwig I. ( des letzten Erben des Stader Grefengeschlechts) erbaut. Doch schon 1189 wurde die Burg durch Heinrich dem Löwen (mit dem Hartwig im Streit lag) zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Die weiterbestehende relevante Stellung des Ortes fand ihren Ausdruck in einer bevorzugten Behandlung seitens der Bremer Erzbischöfe. Zu den Privilegien gehörte die Verleihung von Stadtrechten verbunden mit einer eigenen Rechtsprechung (12. Jh.). Ein weiteres Vorrecht stellte die Selbstverwaltung dar, nach der nur Freiburger Bürger Mitglied des Rates werden durften. Im Jahre 1430 schließlich erhielt der Ort durch die Erteilung von Marktrechten den Status eines Flecken.

Dieser außergewöhnliche Rang Freiburgs, das zudem Mittelpunkt eines großen Kirchspiels bildete, erklärte sich vor allem durch seine vorgeschobene Lage unmittelbar an der Elbe. Allerdings konnte diese Stellung im Laufe der Jahrhunderte nicht gefestigt oder gar ausgebaut werden, da die Entwicklungsmöglichkeiten

durch wiederkehrende Sturmfluten, kriegerische Auseinandersetzungen, Ortsbrände und eine stetige Verlagerung des Elbstroms immer wieder beeinträchtigt wurden.

Dieser Bedeutungsverlust drückte sich u.a. in dem geringen Wachstum der Einwohnerzahlen aus.


Hier geht es zu den Seiten der Samtgemeinde Nordkehdingen.


Der Rundgang beginnt am

„Freiburg war von jeher der Sitz des Landgerichts für Nordkehdingen und nahm aufgrund seiner alten Privilegien eine gewisse Sonderstellung unter den Kehdinger Gemeinden ein. Als nach der 1850 erfolgten Trennung von Justiz und Verwaltung die drei Gerichtsbezirke des Landes Kehdingen ( das waren Kehdingen Bützflether Teil als Königliches Gericht, in gleicher Eigenschaft das bisherige Amt Wischhafen und Kehdingen Freiburger Teil als „Gemeinheitsgericht“) zusammengelegt wurden, erhielt Freiburg den Sitz des Gerichts für ganz Kehdingen (Balje bis Bützfleth) …“
(Aus der Festschrift „825 Jahre Freiburg/Elbe“)

Vom Rathaus aus gehen Sie den Fußweg am Kircheneingang vorbei entlang und dort erreichen Sie die „Hans-Mügge-Straße“. Folgen Sie dieser nach rechts bis Sie wieder die „Hauptstraße“ erreichen.

Die dritte Kirche

Die heutige St. Wulphardi Kirche ist die dritte an gleicher Stelle. Die erste Kirche wurde 1189 mit dem gesamten Ort zerstört. Die zweite war eine romanische Basilika, die bei einer großen Flut 1825 so stark beschädigt wurde, dass ein Neubau erforderlich war. Die neue heutige Kirche, wurde im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin, die in einer Senke gebaut worden war, auf eine Wurt gestellt. So wurde sie zum höchsten Punkt Freiburgs und überstand die Sturmfluten 1962 und 1976.

Aus der Festschrift 825 Jahre Freiburg/Elbe

Das wievielte Gotteshaus des Flecken die, noch heute vorhandene, erst 1837 erbaute Kirche ist, lässt sich nicht feststellen. Mindestens wird sie an 3. Stelle stehen. Wenn die erste Kirche eine primitive Holzkirche war, so ist anzunehmen, dass auch die zweite Freiburger Kirche ähnlich beschaffen war. Da diese sich lange Jahrzehnte in einem reparaturbedürftigen Zustand befunden hat, war ein Neubau unerlässlich …

Hans-Mügge-Straße

Unser Rundgang führt uns weiter in die „Hans-Mügge-Straße,“ die rund um die Kirche führt. Sie trug früher auch die Bezeichnungen „Kirchstraße“ oder auch „Bei der Kirche“.
Hier sind insbesondere die Häuser Nr. 3, 5, 7, 9, 11 und 19 von Interesse. Die Nr. 9 und 19 befinden sich in Privatbesitz und dienen als Wohnhäuser; Nr. 11 ist im Besitz des Flecken Freiburg/Elbe, wobei im Erdgeschoß die örtliche Polizeistation und im Obergeschoß eine Wohnung untergebracht ist.

Nr. 3: Wohnhaus

Es handelt sich hierbei um ein Bürgerhaus, welches um 1849 erbaut wurde und ausschließlich zu Wohnzwecken diente. Es wurde wohl Ende der 1990er Jahre im Rahmen der Städtebauförderung saniert, nach wie vor in privater Hand, dient nach wie vor zu Wohnzwecken.

Nr. 5 & Nr. 7:

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass es sich hierbei um die heutige „Hans-Mügge- Straße“ handelt, die früher auch „Kirchstraße“ oder „Bei der Kirche“ hieß. Ganz links sieht man das Haus ehemals „Bei der Kirche 62“ in dem bereits 1848 eine Rind- und Schweineschlachterei gegründet wurde. In dem Nebenhaus rechts,
mit der früheren Bezeichnung „Bei der Kirche 63“, befand sich früher eine Konditorei. Diese schmückte sich mit dem Zusatz „Königlich sächsischer Hoflieferant“, da der vorletzte König von Sachsen von seinem Kammerherrn braune Marktkuchen serviert bekam, die eben dieser Konditor geliefert hat.

Nr. 9: Wohnhaus

Baujahr um 1870, im Ursprung in Fachwerkbauweise als Wohn- und Wirtschaftsgebäude (Viehwirtschaft/Obstbau) mit einem Innenhof. Heute wird es als Wohngebäude mit 4 Wohneinheiten, davon 1 Ferienwohnung, genutzt.

Nr. 11: Polizei

Ein vorheriges Gebäude an diesem Platz (früher eine Nagelschmiede) ist 1867 abgebrannt. An seiner Stelle wurde dieses Gebäude wohl im selben Jahr errichtet. Im Jahre 1898 ging es im Erbgang an Jacob Mügge. Dieser war in den Jahren 1923 bis 1937 hier Bürgermeister. Sein Sohn übereignete das Gebäude 1954 der Gemeinde (Flecken Freiburg). Seit dem wurde es unterschiedlich genutzt.
Nach der Sanierung, in den 1990er Jahren, befindet sich in diesem Haus die örtliche Polizeistation.

Nr 19: Wohnhaus

Erbaut nach der Sturmflut von 1825 als Fachwerkbau. Erster Eintrag ins Grundbuch 1847. Um die Jahrhundertwende (nach 1870) wurde ein Backsteingiebel vor geblendet. Das doppelte Fenster im
Erdgeschoss links diente als Schaufenster. Hier war befand sich u. a. ein Schreibwarengeschäft.
Die mittige Luke im Obergeschoss und auf der Rückseite sowie die Hebevorrichtung oben im Giebel, deuten auf eine landwirtschaftliche Nutzung hin. Diese ist typisch für ein Ackerbürgerhaus.

Angekommen vor dem Organistenhaus (Hauptstraße 27) folgen Sie der „Hauptstraße“ in Richtung Hafen und biegen dann kurz nach links in die „Elbstraße“ ein. Vor der Nr. 3 machen Sie kehrt und durchqueren dann die schmale Gasse zwischen dem Kornspeicher und dem Nachbarhaus. Dieses ist die Kornstraße.

Die Hauptstraße – Teil 1

Von der „Hans-Mügge-Straße“ führt der Rundgang rechts in die „Hauptstraße“ und dort zu Haus Nr.  27, dem wohl ältesten Gebäude (saniert 2009/2010) im Flecken Freiburg/Elbe.

Das Organistenhaus

Mit der Sanierung in den Jahren 2009/2010 und der geänderten Nutzung durch den Verein ging das Haus in private Hände und wird zur Zeit als Ferienwohnung vermietet. Von dem Organistenhaus geht der Blick (gen Osten) in Richtung Hafen.

Auf dem Bild ist die Ortsansicht früherer Zeiten (ca. um 1900) zu sehen.

Pfarrhaus

Am linken Rand befindet sich das ehemalige Pfarrhaus mit Scheune (wie früher üblich in Fachwerkbauweise), welches im Jahre 1817 erbaut und in den 1960er Jahren einer dringenden Renovierung bedurfte. Man entschied sich dann doch nicht für die Renovierung der alten Bausubstanz, sondern riss das alte Gebäude ab (aus heutiger Sicht, schon unter dem Gesichtspunkt der Denkmalpflege, fragwürdig). An dieser Stelle wurde das Gebäude, mit einem dahinter liegenden Gemeindesaal, errichtet. Dieses steht hier heute noch, seine Funktion als Pfarrhaus hat es mittlerweile verloren. Das Haus wurde von der Kirchengemeinde an eine Privatperson verkauft.

Elbstraße und Kornstraße

Bevor wir der „Hauptstraße“ bis zur Kreuzung zur L 111 (Autohaus Kober) folgen, machen wir kurz einen Abstecher in die „Elbstraße“, ,,Kornstraße“ und “Am Hafen“. Mit der Elbstraße Nr. 2 – dem historischen Kornspeicher – haben wir mit 225 Jahren eines der ältesten Gebäude des Ortes im Blickfeld. Gegenüber dem Kornspeicher sehen Sie das Bürgermeister-Rehling-Haus und rechts vom Kornspeicher entspringt die Kornstraße.

Kornspeicher

Eigentümer des Speichers wurde vor einigen Jahren der  Förderverein Historischer Kornspeicher Freiburg e.V.. Ein Zusammenschluss vieler ortsansässiger Bürger, die den Speicher durch Sanierung vor dem Abbruch gerettet haben und demselben nun eine neue Funktion verleihen: Die Nutzung als Kulturgebäude und Veranstaltungsraum. In den Sommermonaten ist der Kornspeicher jeden Sonntag als Café geöffnet.  …weiter

Das Bürgermeister-Rehling-Haus

Franz Rehling war Baumeister und in der Zeit von 1948 bis 1972 Bürgermeister von Freiburg/Elbe. Er wohnte in diesem Haus. Das Gebäude wurde vermutlich 1836 erbaut von einem Tischler C. Heinzelmann. Ab 1883 kam das Haus in Erbfolge an den Maurermeister Carl Rehling und blieb auch durch Generationen im Besitz der Familie, bis es ca. in den 1980er Jahren verkauft wurde.

Kornstraße 2

Bei dem Haus „Kornstraße Nr. 2″ handelt es sich um ein im Jahre 1824 erbautes Bürgerhaus, das von verschiedenen Eigentümern als Wohnhaus genutzt wurde. Grundbucheintrag im Jahr 1824, Namen schwer lesbar.

Sie stehen jetzt vor der „Kornstraße Nr. 2“. Gehen Sie bergab zum Hafen und wenden Sie sich nach rechts. Vor dem Haus Nr. 8 kehren Sie um und suchen die kleine Treppe zwischen der Nr. 12 und dem Hafenhaus. Oben erreichen Sie sie Hauptstraße, dieser folgen Sie nach links.

Abstecher zum Hafen

Wie viele Orte entlang der Elbe, hatte Freiburg auch einen eigenen Hafen, da viele Güter wegen fehlender Landverbindung (die befestigte Landstraße von Freiburg nach Stade wurde erst Mitte des 19. Jh. fertig gestellt) über den Wasserweg transportiert werden mussten.

Historisches Photo des Freiburger Hafens
Handelshafen

Aus der Festschrift „825 Jahre Freiburg/Elbe“ :
,,Während früher die Elbe in großer Einbuchtung bis an den Hauptdeich heranreichte und der Freiburger Hafen insofern begünstigt war, hat die zunehmende Verschlickung mehr und mehr dazu geführt, dass die Elbe zurückgewichen ist und somit der Freiburger Hafen über einen tideabhängigen Priel dem Schiffsverkehr immer weniger zu dienen vermochte“.
Durch die Verschlickung ist letztendlich der „Handelshafen“ zum Erliegen gekommen. Die Nutzung des Hafens erfolgt nunmehr ausschließlich durch die Sport-Schifffahrt. Das auf der Ecke befindliche ältere zweigeschossige Haus ist das frühere „Hafenmeisterhaus“.

Hafenmeisterhaus

Seine Funktion als Hafenmeisterhaus, in dem die u.a. Liegegebühren der Schiffe entrichtet wurden und die Ordnung im Hafenbereich zu regeln war, hat das Gebäude inzwischen verloren.

Das Hafenmeisterhaus steht unter Denkmalschutz und wird aktuell saniert.

Zollhaus

Am Ende des Hafenbereiches (in südlicher Richtung wieder zurück zur Hauptstraße) vorbei am Hafenmeisterhaus, befindet sich das ehemalige Zollhaus, „Hauptstraße Nr. 8“, im Jahre 1853 als „Königliches Oberzoll Collegium erbaut, das ebenfalls seine Funktion im Zusammenhang mit dem Handelshafen hatte.

Architektenhaus

Treppe

Wir gehen jetzt wieder zurück in Richtung Hafenmeisterhaus. Kurz davor führt links eine Treppe wieder zurück in die Hauptstraße.

Der Rundgang führt nun weiter zur „Hauptstraße Nr.12″ (a und b).

Das Gebäude „Hauptstraße 12 b“ wurde 1911 für einen Herrn Umlandt, dem Gründer und Eigentümer der nebenliegenden Druckerei als repräsentatives Wohnhaus gebaut. Der namentlich bekannte, aus Hannover stammende Architekt, hat ein Gebäude entworfen, das stilistisch zwischen Neuer Sachlichkeit und auslaufendem Jugendstil anzusiedeln ist.

Rechts neben derZeitungsvilla, in der der Verleger wohnte, befindet sich die ehemalige Druckerei. Heute wird das Gebäude als Wohnhaus im Rahmen eines Wohnprojektes genutzt.

Personen vor dem Schaukasten der aktuellen Ausgabe der

Hotel Fürst Bismarck

Gegenüber der ehemaligen Druckerei liegt die „Hauptstraße 15″, das ehemalige „Hotel Fürst Bismarck“, das zu seinen besten Zeiten über die Grenzen Nordkehdingens hinaus bekannt und beliebt war. Seit 1830 war an dieser Stelle eine Gastwirtschaft, die Ende der 1860er Jahre abgebrochen und 1871 als Hotel mit Kegelbahn und Ausspann errichtet wurde. Nach mehrmaligem Verkauf und Leerstand, 1996 an Privat verkauft und nunmehr als Wohnung genutzt.
Bei einer 1996 erfolgten Ausgrabung fand man Reste von Gebäuden als Brandschutt und konnte aufgrund der großen Menge an Asche mit größter Wahrscheinlichkeit feststellen, dass hier die Reste der früheren alten „Frei Burg“ im Schlick der Wurt aufgetaucht sind. Die Burg-Stelle befand sich also im hinteren Gebäudetrakt bzw. im Hof des Grundstückes.

Jetzt gehen Sie ein kurzes Stück durch die Blumenstraße bis zum Autohaus Kober.

entlang Hauptstraße und Blumenstraße

Der weitere Rundgang führt uns jetzt rechts in die „Blumenstraße“ und zu den Gebäuden „Blumenstraße Nr. 15 und Nr. 17“ und weiter bis zur Kreuzung (Autohaus Kober), rechts ab ( Richtung Cuxhaven), in die Straße „Neuensteden“ und gleich in die zweite Straße rechts ab, in die „Landratstraße“. Auch hier liegen sehenswerte Gebäude entlang des Wegs.

Hauptstraße NR. 11

Hier befinden wir uns vor einem schönen, alten Fachwerkhaus, vermutlich in der Mitte des 19. Jh. erbaut. Das Gebäude wurde über Generationen privat genutzt. Das Haus wird heute  von einer Rechtsanwaltskanzlei genutzt.

Alte Schmiede

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Blumenstrasse nr. 15

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Blumenstrasse nr. 17

Das Gebäude „Blumenstraße Nr. 17“ wurde in der Mitte des 19. Jh. als Scheune erbaut. Diente dann später als Lagerhaus für Kohlen und Getreide einer Landhandelsfirma. Nach dem Umbau (ca. 1995) entstanden in diesem Gebäude 5 Eigentumswohnungen.

Autohaus Kober

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Jetzt folgen Sie der Straße „Neuensteden“ bis zur Nr. 21, dort biegen Sie wieder nach rechts in die „Hauptstraße“ ein. Auf Ihrem Weg liegt zur Rechten die „Landratsstraße“. Wir können Ihnen das dortige Landratsamt nur noch auf historischen Fotos zeigen – es wurde leider abgerissen.

Landratsamt

Im Bereich der „Landratstraße“ befand sich das frühere Landratsamt und der Wohnsitz des Landrates des Kreises Kehdingen, mit einem riesigen, mit Bäumen und Büschen bewachsenen Garten.
(Aus der Festschrift „825 Jahre Freiburg/Elbe“):
Die zweite Hälfte des 19. Jh. brachte im Lande Hannover verschiedene Reformen
mit sich, von denen Freiburg überwiegend verschont blieb. Nach der Hannoverschen Kreisordnung von 1884 wurde Kehdingen ein eigener Kreis, dessen Verwaltungssitz in Freiburg blieb.

Landratsamt

Dieses Gebäude hat dann mit der Auflösung des Kreises Kehdingen (Übernahme durch den Kreis Stade aufgrund einer Gebietsreform in den 1930er Jahren) seine Funktion als Landratsamt verloren. Es wurde während des 2. Weltkrieg zum Teil als Hilfskrankenhaus, nach dem Krieg als Unterkunft genutzt, da es an Wohnraum mangelte. Zu Beginn der 1960er Jahre hat man das Gebäude abgerissen und mit dem dazugehörenden Garten zu Bauplätzen umfunktioniert. Geblieben ist die Bezeichnung ,,Landratstraße“.

Landratshaus

(X)

Neuensteden

Der „Landratstraße“ gegenüber (dieser Bereich gehörte früher zur Bauernschaft ,,Schöneworth und wurde erst ca. Ende der 1920er Jahre dem Flecken Freiburg/Elbe zugeschlagen) befinden sich die Villen „Neuensteden Nr. 17, 19 und 21“. 
Rechts daneben, ebenfalls als Villa erbaut, steht das Gebäude „Neuensteden 19″. Das Grundstück, mit ca. 6 ha Land, wurde 1895 von Hinrich D. Beckmann erworben. 1912 ließ Friedrich H. Beckmann die Villa mit dazugehöriger Hausscheune darauf errichten. Es sollte als Existenzgrundlage und Alterssitz für eine unverheiratete Schwester dienen. Das Land wurde durch Erbabfindung im 20.
Jh. verkauft und mit Einfamilienhäusern aufgesiedelt.
Das nächstfolgende Gebäude „Neuensteden 21″ wurde ca. Ende des 19. Jh. erbaut. Es diente den Eigentümern zunächst als Kaufhaus. Ende der 1920er Jahre zog dann das örtliche Postamt in die Villa ein. Lange Jahre hatte das Gebäude dieses schöne Äußere, wie in dem s/w Foto dargestellt. Erst Mitte des 20. Jh. wurde das Gebäude durch die Post umgebaut und hat damit sein heutiges Ansehen erhalten!
(Daran kann man sehen, welche „Bausünden“ in den 1960/1970er Jahren
begangen wurden. Heute würde so etwas wohl nicht mehr passieren).
Zu Beginn des 21. Jh. hat das Postamt seine Funktion verloren, da die Postämter in den ländlichen Bereichen durch Umstrukturierungen aufgelöst und stattdessen Postagenturen (im EDEKA- Markt) eingerichtet wurden.
Der Rundgang führt über die L 111 wieder zurück auf die „Hauptstraße“.
Zunächst mit der Ansicht von zwei s/w Fotos (ca. Beginn des 20. Jh.). Dies soll die
frühere Ansicht in den Ort bzw. in Richtung Post/ Ortsausgang dokumentieren
und die Veränderungen in den vergangenen Jahrzehnten aufzuzeigen.

Wir wenden uns nach rechts in die „Hauptstraße“.


Neuensteden nr. 17

Dieses Gebäude wurde ca. Mitte des 18. Jh. erbaut. Auf dem alten s/w Foto kann man erkennen, dass sich die Anlage nicht wesentlich verändert hat. Wohl aber der
Straßenbereich davor ( früher Kopfsteinpflaster). Das Gebäude wurde lange Jahre als Wohnhaus und Arztpraxis genutzt. Heute wird es zu Wohnzwecken verwendet.

Als am 6. Juli 1862 König Georg V. den Freiburger Schützen einen Besuch abstattete, muss er hier vorbei gekommen sein. Vergleicht man „Neuensteden“, wie es um 1915 aussah, mit dem heutigen Aussehen, so scheint es unverändert. Auf den zweiten Blick fällt die schmale, leicht rundgefahrene, damals gepflasterte Chaussee ins Auge.

Neuensteden nr. 19

Rechts daneben ebenfalls als Villa erbaut, steht das Gebäude „Neuensteden Nr. 19″. Das Grundstück mit ca. 6 ha Land wurde 1895 von Hinrich D. Beckmann erworben. 1912 ließ Friedrich H. Beckmann die Villa mit dazugehörender Hausscheune darauf errichten. Es sollte als Existenzgrundlage und Alterssitz für eine unverheiratete Schwester dienen. Das Land wurde durch Erbabfindung im 20.
Jh. verkauft und mit Einfamilienhäusern aufgesiedelt.

Neuensteden nr. 21

Das nächstfolgende Gebäude „Neuensteden Nr. 21″ wurde ca. Ende des 19. Jh. erbaut. Es diente den Eigentümern zunächst als Kaufhaus. Ende der 1920iger Jahre zog das örtliche Postamt in diese Villa ein. Lange Jahre hatte das Gebäude dieses schöne Äußere, wie in dem s/w Foto dargestellt. Erst Mitte des 20. Jh. wurde das Gebäude durch die Post umgebaut und hat damit sein heutiges Ansehen erhalten!


 Am Beispiel der Nr. 21 kann man sehen, welche „Bausünden“ in den 1960/1970er Jahren begangen wurden. Heute würde so etwas wohl nicht mehr passieren). Zu Beginn des 21. Jh. hat das Postamt seine Funktion verloren, da die Postämter in den ländlichen Bereichen, durch Umstrukturierungen, aufgelöst und stattdessen Postagenturen (im EDEKA-Markt) eingerichtet wurden.
Der Rundgang führt über die L 111 wieder zurück auf die „Hauptstraße“. Zunächst mit der Ansicht von zwei s/w Fotos (ca. Beginn des 20. Jh.), um die
frühere Ansicht in den Ort bzw. in Richtung Post/ Ortsausgang zu dokumentieren und die Veränderungen in den vergangenen Jahrzehnten aufzuzeigen.

Wir wenden uns nach rechts in die „Hauptstraße“.

Folgen Sie der leicht ansteigenden „Hauptstraße“ bis zur Nr. 59.

zurück auf der „Hauptstraße“

Wir gehen leicht bergauf an weiteren interessanten Häusern vorbei.

Nr. 69

 Wohnhaus erbaut um 1876. Es diente als Wohnhaus und von späteren Eigentümern nebenher betrieben, als kleiner Ausschank und Eisdiele. Ab 1981 war das Haus der Lagerraum des Malermeisters von Rönnen, im OG  wohnte er.

Nr. 63

Bürgerhaus aus Fachwerk. Erbaut ca. 2. Hälfte des 19. Jh. Die Stiele stehen relativ eng, die Gefache sind im Erdgeschoß und Giebelgeschoß durch 3 Riegel in 4 Felder geteilt, dazwischen die Fenster in breiteren Gefachen. Zunächst war hier die königlich-preußische Post (bis ca. 1877) mit dem 2. Ausspann (Pferdewechsel) stationiert. 1862 fuhr die erste Postkutsche. 1877 zog die
Post aus.
Von 1892 bis 1922 wurde hier eine Gaststätte „Zum deutschen Hause“ betrieben. Bis heute befindet sich im Obergeschoß ein Saal. Ab 1922 bis 1934 hatte der Kreisveterinärarzt hier seinen Wohnsitz. Danach bis 2004 der örtliche Tierarzt.
Während des Krieges bot es einer Großfamilie aus dem Osten und einer Kriegerwitwe mit 2 Kindern Unterkunft. Im April 1945 Besetzung eines Teils des Hauses durch einen Teil der 7. britischen Panzerdivision.

Nr. 72

Dieses Fachwerkgebäude wurde wohl Mitte des 19. Jh. erbaut. Es diente zunächst einem Sattlermeister als Wohnhaus und Werkstatt. Zu Beginn des 20. Jh. war hier die Geschäftsstelle der früheren Landkrankenkasse. Ende des 20. Jh. wurde das Gebäude saniert und dient den neuen Eigentümern sowohl als Wohnhaus und bietet auch Feriengästen Platz. Daneben wurde ein
kleiner, üppiger Blumengarten angelegt, der dem Haus eine angenehme Atmosphäre verleiht.

Nr. 70

Erbaut wurde dieses Gebäude in der ersten Hälfte des 19. Jh. Zunächst wurde es als Bürgerhaus von einem Schuster genutzt, später u.a. als Gasthaus mit Kegelbahn. In der Nachkriegszeit betrieb eine Familie hier eine Mosterei (im rückwärtigen Bereich befindet sich eine Scheune). Seit Mitte der 1970iger Jahre wird es als Zahnarztpraxis genutzt.

Werfen wir von hier aus einen Blick in Richtung der Kirche:

Rechts sehen wir das Hotel „Kehdinger Hof“ – leider nur auf dem alten Foto – das Gebäude wurde am 2. Januar 2023 Opfer eines Brandes. Zu Beginn des 19. Jh. als Gastwirtschaft mit Logiermöglichkeit erbaut. Es diente neben der Unterkunft der jeweiligen Eigentümer ausschließlich der Gastronomie und dem Saalbetrieb. In der Mitte des 20. Jh. kam wohl noch eine Kegelbahn dazu.